ALG 2 – Erhöhung und Sanktionen

Ab 1. Januar 2017 tritt eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes 2, im Volksmund seit Bestehen unter dem Begriff „Hartz 4“ bekannt, in Kraft. Was bedeutet dass für die Betroffenen genau?

Erhöhung

Es kommt darauf an, wer der/ die jeweiligen Betroffenen sind. Gesplittet wird dies in Gruppen nach Familienstand, Alter, Wohnsituation…

  • für alleinstehende Langzeitarbeitslose wird der Regelsatz  von 404 auf 409 €
  • für Paare von 364 auf 368 im Monat pro Person erhöht – 8 € mehr pro Haushalt ohne Kinder gerechnet
  • 6 bis 13 jährige Kinder erhalten statt 270 € künftig 291 € pro Monat
  • Jugendliche bis 18 Jahre bekommen statt 306 nun 311 €
  • Jugendliche unter 25 Jahre die bei den Eltern wohnen (müssen?) erhalten statt 324 nun 327 €

Die Erhöhung erfolgt lediglich wegen den allgemeinen Preisanpassungen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Sozialverband Deutschland kritisieren diese geplanten Regelsätze als „viel zu niedrig“ und willkürlich.

Quelle: http://hintergrund.de/201608304096/kurzmeldungen/aktuell1/hartz-iv-saetze-steigen.html

Dem ist nichts hinzuzufügen. Man berechne einfach mal so zusammen, was man selber zum Leben benötigt. Lebensmittel, steigende Stromkosten, Kleidung, Ausbildung… So hat man einen groben Überblick, wie sich die Menschen einschränken müssen. Man könnte nun folgern: „Wenigstens etwas als gar keine Erhöhung“ da jagt auch schon die nächste Meldung die Runde: Sanktionen!

Sanktionen

Spiegel online schrieb dazu am 02.09. diesen Jahres Folgendes:

„Hartz IV Empfänger müssen sich künftig auf harte Leistungskürzungen einstellen, wenn sie nicht mit Jobcentern kooperieren…“

Sanktionierungen gab es bereits lange vor dem 1. August 2016. Sanktionen galten bisher beschränkt auf einen Zeitraum von 3 Monaten. Bei Erstverstößen kann eine Kürzung von 30%,

bei wiederholten Verstoß 60%, bei unter 25 jährigen bereits um 100%!

Dies ist allerdings die Regelung bis zum 1. August 2016, welche weiter behalten wird!

Auch das ist noch ein „alter Hut“: Es konnten bereits bezahlte Leistungen zurück gefordert werden. Z.B. wenn er die Hilfebedürftigkeit grob fahrlässig und ohne wichtigen Grund selbst herbei geführt hatte. Bisher galt das für den Zeitraum, wo der Hilfebedürftige diese Leistungen bezogen hat. Den ganzen Artikel kann der/ die Leserin unter diesen Link sich zu Gemüte führen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-so-hart-koennen-hartz-iv-empfaenger-nun-bestraft-werden-a-1110686.html -"Sozialwidriges Verhalten" So hart können Hartz IV Empfängern nun bestraft werden

Weiteres zum Thema Sanktionen kann man unter dem Onlinemagazin HartzIV.org dazu nachlesen.

Quelle: http://www.hartziv.org/hartz-iv-sanktionen.html  - "Hartz IV Sanktionen"

Was tun?

Was konkret wäre jetzt zu tun? Als „Nicht Betroffener“ sich freuen, dass dieses Damoklesschwert einen nicht selbst betrifft und mitleidig eine Träne zu vergießen?

Protest wäre zu empfehlen und Solidarität mit den Betroffenen zeigen! Zumal es heutzutage Jeden treffen kann! Ein erster Schritt kann das Starten einer Petition auf change.org sein oder eben eine vorhandene Petition mit seiner Unterschrift zu unterstützen!

  • Sich in sozialen Netzwerken mit den Betroffenen solidarisieren. Rebloggen von Informationen, wenn man selber Blogbetreiber/ in ist, und/oder dies mit seinen Twitter/ Facebook… Account tun.
  • Filmen über die Situation der Betroffenen – sie in lokalen „Offenen Kanälen“ und /oder Plattformen wie youtube.com diese zu verbreiten
  • Gemeinsam auf die Straße gehen und mal wieder demonstrieren…

Es gibt viele Möglichkeiten auf legalen Wege zu handeln – wir müssen uns vernetzen, nicht nur online!

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Autor: alltagsfreak

Der Alltag schreibt Bände, oft fehlen die richtigen Worte! Ich schreibe gerne, darum dieses Blog alltagstauglichkeitstest.wordpress.com das ebenfalls private, aber nicht zu persönliche Blog: https://genaubetrachtet.wordpress.com

3 Kommentare zu „ALG 2 – Erhöhung und Sanktionen“

  1. Ich würde ja auch zu Solidarität und Protest raten, allein schon, weil ich aus eigener, leidvoller Erfahrung weiß, wie schwer es ist, mit den ALG II-Sätzen über die Runden zu kommen, auch wenn diese Erfahrung glücklicherweise schon ein wenig zurück liegt.

    Leider hat man hierzulande den Protest und das auf die Straße gehen weitgehend verlernt und peinlicherweise erst dann wieder entdeckt, als es galt, gegen Flüchtlinge zu demonstrieren…

    Ein, meiner Meinung nach, ganz wichtiger Punkt allerdings, der einer breiten Solidarität und einem möglichen Protest im Wege steht, ist ganz einfach der, dass ALG II-Bezieher mittlerweile ein schlechtes Image haben, insofern auch keine Lobby. Und das wiederum ist zu großen Teilen das Verdienst dieser journalistischen Rohstoffverschwendung mit den vier großen Buchstaben, die mit ihrer jahrelangen tendenziösen Berichterstattung dazu beigetragen hat, den Leuten vorzugaukeln, ALG II-Empfänger seien alles arbeitsunwillige, faule Schmarotzer!

    Dieses Bild zu widerlegen, wird schwierig, fürchte ich…

    Im Übrigen ist diese Idee eines „Zweitblogs“ gar nicht schlecht, darüber sollte ich auch mal nachdenken… 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Zum Thema „schlechten Ruf“. Ja. Nicht nur Verdienst der Zeitung mit den vier Buchstaben. Auch viele Talkshows trugen (und tragen?) dazu bei. Die Botschaft: „Verkaufe Dich deutlich unter Wert!“ „Nimm Jedes und Alles an“ – was sie ihren Leser_Inne_n und Zuschauer_inne_n suggerieren wollen. Und dann freuten sich eben diese Medien, wenn sie willfähige Subjekte fanden, die sagten: „Ich will doch gar nicht arbeiten, mir geht es gut!“ Es ist heutzutage mühevolle „Kleinarbeit“ die getan werden muss. Aber auch viele Empfänger_innen verkriechen sich leider in die Ecke. Damals (ab 2004) waren die Montagsdemonstrationen ein guter Ansatz, als die Regierung Schröder uns dieses Mogelpaket unterjubelte.
      Und auch ich besitze leidvolle Erfahrungen zum Thema, welche fast 7 Jahren nun Vergangenheit sind. Resignation, abstumpfen, entmenschlichen…. das tut man mehr oder weniger nach der Gemütslage. Das Bild zu widerlegen ist sehr schwierig, sollte aber nicht unmöglich sein! Die Hoffnung sollte zuletzt sterben.

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